Freitag, 30. November 2012

Story: Blutmond - Eiskalt

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: Blutmond

Christopher nahm mich, wie versprochen, in seinem Auto mit zur Schule. Es war ein Backsteingebäude welches hell und freundlich wirkte. Aus allen Richtungen strömten bereits die Schüler herbei. Wir parkten auf dem schon fast vollen Schulparkplatz und gingen gemeinsam Richtung Schulgebäude. Nachdem wir alles Bürokratische erledigt hatten zeigte mir Christopher meinen Klassenraum und musste mich alleine lassen. Wir waren leider in verschiedenen Klassen, da er einen Jahrgang über mir war, aber er versprach mir, dass wir uns in der Pause in der Mensa treffen würden und erklärte mir noch den Weg dorthin. Ich brachte also die ersten beiden Stunden Mathe und Physik hinter mich um mich dann auf die Suche nach der Mensa zu machen. Ich ging gerade suchend den Gang runter als mich ein dunkelhaariger Junge ansprach. 
„Hi, du bist wohl neu hier? Du siehst aus als könntest du Hilfe gebrauchen. Mein Name ist Robert.“ Er streckte mir die Hand entgegen. Ich war überrascht wie ersichtlich es war, dass ich neu auf der Schule war und gab mit einem Lächeln zurück: „Ja, das ist nett. Ich suche die Mensa. Ich soll meinen Bruder dort treffen.“ er antwortete: „Da muss ich auch hin, komm ich zeig dir den Weg. Wie ist eigentlich dein Name? Den sollte ich wenigstens wissen bevor ich dich zur Mensa begleite.“ Er grinste schelmisch. Ich hatte ganz vergessen mich vorzustellen „Mein Name ist Samantha.“
„Und wo hast du vorher gewohnt?“, fragte er nach, ich antwortete „Ich hab vorher bei meiner Großmutter gelebt. Musste jedoch umziehen.“, bei dem Gedanken an meine Großmutter hatte ich wieder diesen Schmerz in der Brust.
„Oh, warum denn?“ fragte Robert. Er schien sehr neugierig zu sein und hatte keine Probleme damit es zu zeigen. Doch wollte ich mit einem fremden Jungen nicht über meine Großmutter sprechen "Sorry, aber....", er schnitt mir das Wort ab "Es war nicht meine Absicht, dich zu bedrängen. Oft spreche ich meine Gedanken laut aus ohne vorher über sie nachzudenken.“ Mir lief ein Schauer über den Rücken, genau das hatte Chris erst gestern zu mir gesagt in genau den gleichen Worten. Robert wollte gerade noch was sagen da hörte ich Christopher: “Hey Sam. Hier drüben. Ach, und Rob hast du also schon kennengelernt?" Er schien Robert zu kennen. „Äh ja scheint so. Kennt ihr euch?“ Robert antworte für Christopher: „Klar, Chris ist mein bester Freund wir kennen uns bereits eine Ewigkeit.“ Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass mit einer Ewigkeit auch tatsächlich diese gemeint war.

Schon nach kurzer Zeit war unser Tisch voller Schüler die mit Rob und Chris befreundet waren. Ich fühlte mich ein wenig belagert, da sie offensichtlich sehr viel Interesse an mir hatten und mich mit Fragen regelrecht bombardierten. Christopher erklärte mir, dass es daran läge, dass ich neu auf der Schule war und den Leuten Abwechslung in ihren langweiligen Schulalltag bringen würde. Ich hoffte einfach, dass sich das sehr bald wieder legen würde. Der Schultag ging unwahrscheinlich schnell vorüber. Ich wartete wie vereinbart am Auto auf Christopher, der mich eine geschlagene halbe Stunde warten ließ. Als er endlich kam hatte er Robert im Schlepptau, sie alberten rum und beachteten mich im ersten Moment überhaupt nicht. Als Christopher dann zu mir rüber blickte und meinen Gesichtsausdruck sah fing er nur an zu grinsen. „Hey, mir ist etwas dazwischen gekommen, ich hoffe, du hast nicht lange gewartet.“ Ich schaute ihn grimmig an. „Ich warte jetzt seit einer halben Stunde, weil ICH pünktlich war.“ Christopher brummte: „Kannst du nicht einfach meine Entschuldigung annehmen, anstatt gleich so einen Aufstand zu machen?“

Ich wurde rot und musste mir eingestehen, dass er Recht hatte. Ich machte ihm Vorwürfe, obwohl er sich schon entschuldigt hatte und das im Beisein von Robert. Er war es auch der die Unterhaltung unterbrach: „Hi Samantha, wie war dein erster Schultag so?“ Er schien das Thema wechseln zu wollen und ich ging dankend darauf ein. „Danke, ich denke ich habe ihn gut gemeistert.“ Christopher war schon ins Auto eingestiegen und Robert folgte ihm, was mich wunderte. „Kommst du mit zu uns Robert?“ er antwortete: “Ja, Chris und ich waren für heute verabredet.“ Christopher meldet sich aus dem Auto zu Wort: „Brauch ich dazu jetzt deine Erlaubnis oder steigst du auch endlich ein damit wir los fahren können?“ Schuldbewusst stieg ich auf die Rückbank des Autos und versuchte einfach nicht falsches mehr zu sagen. Während der Fahrt beobachtete ich die Beiden wie vertraut sie miteinander umgingen. Zwischendurch blickte ich über den Innenrückspiegel in ihre Gesichter und erst jetzt fielen mit die eisblauen Augen von Robert auf. Solche Augen hatte ich nie zuvor gesehen, wieso waren sie mir nicht vorher schon aufgefallen? In diesem Moment blickte auch Robert in den Rückspiegel und schaute mir direkt in meine. Ich schaute so schnell wie möglich weg, in der Hoffnung, dass er nicht dachte, dass ich ihn angestarrt hätte oder habe ich genau das getan?

Ich ließ meine Gedanken schweifen und mein Herz machte einen Sprung. Ich verhielt mich seit dem ich hier war so merkwürdig, nicht wie Sam, ich war sensibler geworden und sah in allem eine Bedrohung, ich war nervös. Ich lief bei jeder Gelegenheit gleich rot an, was früher gar nicht meine Art war. Ich versuchte mir einzureden, dass es an den vielen Veränderungen liegen musste, die der plötzliche Tod meiner Großmutter mit sich gebracht hatte. Robert holte mich aus meinen Gedanken: „Sa-ham?“ Ich blickte auf. „Ja was denn?“ Er schaute belustigt drein: „Warst du gerade in einer anderen Welt? Wir sind zu Hause, aber wenn du den Tag über lieber im Auto sitzen bleiben möchtest.“ Er grinste, anscheinend fand er es witzig. „Nein, Nein, ich war nur in Gedanken.“ Robert stieg aus und hielt mir seine Hand hin um mir aus dem Wagen zu helfen. Ich schrak einen kurzen Moment vor ihm zurück, seine Hand war eiskalt. Als ich ihn anschaute bemerkte ich, dass er mich beobachtet hatte, aber ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Er beobachtete mich weiter mit einem durchdringenden Blick der mir Angst machte. Ich bedankte mich knapp für seine Hilfe und flüchtete ins Haus.

1 Kommentar:

  1. Ich ahne es was sie sind und Sam übertreibt ja ganz schön, aber wenn einem der Schreck im Genick sitzt dann ist das eben mal so. ^^
    Bin gespannt wie es weiter geht.

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Freitag, 30. November 2012

Story: Blutmond - Eiskalt

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: Blutmond

Christopher nahm mich, wie versprochen, in seinem Auto mit zur Schule. Es war ein Backsteingebäude welches hell und freundlich wirkte. Aus allen Richtungen strömten bereits die Schüler herbei. Wir parkten auf dem schon fast vollen Schulparkplatz und gingen gemeinsam Richtung Schulgebäude. Nachdem wir alles Bürokratische erledigt hatten zeigte mir Christopher meinen Klassenraum und musste mich alleine lassen. Wir waren leider in verschiedenen Klassen, da er einen Jahrgang über mir war, aber er versprach mir, dass wir uns in der Pause in der Mensa treffen würden und erklärte mir noch den Weg dorthin. Ich brachte also die ersten beiden Stunden Mathe und Physik hinter mich um mich dann auf die Suche nach der Mensa zu machen. Ich ging gerade suchend den Gang runter als mich ein dunkelhaariger Junge ansprach. 
„Hi, du bist wohl neu hier? Du siehst aus als könntest du Hilfe gebrauchen. Mein Name ist Robert.“ Er streckte mir die Hand entgegen. Ich war überrascht wie ersichtlich es war, dass ich neu auf der Schule war und gab mit einem Lächeln zurück: „Ja, das ist nett. Ich suche die Mensa. Ich soll meinen Bruder dort treffen.“ er antwortete: „Da muss ich auch hin, komm ich zeig dir den Weg. Wie ist eigentlich dein Name? Den sollte ich wenigstens wissen bevor ich dich zur Mensa begleite.“ Er grinste schelmisch. Ich hatte ganz vergessen mich vorzustellen „Mein Name ist Samantha.“
„Und wo hast du vorher gewohnt?“, fragte er nach, ich antwortete „Ich hab vorher bei meiner Großmutter gelebt. Musste jedoch umziehen.“, bei dem Gedanken an meine Großmutter hatte ich wieder diesen Schmerz in der Brust.
„Oh, warum denn?“ fragte Robert. Er schien sehr neugierig zu sein und hatte keine Probleme damit es zu zeigen. Doch wollte ich mit einem fremden Jungen nicht über meine Großmutter sprechen "Sorry, aber....", er schnitt mir das Wort ab "Es war nicht meine Absicht, dich zu bedrängen. Oft spreche ich meine Gedanken laut aus ohne vorher über sie nachzudenken.“ Mir lief ein Schauer über den Rücken, genau das hatte Chris erst gestern zu mir gesagt in genau den gleichen Worten. Robert wollte gerade noch was sagen da hörte ich Christopher: “Hey Sam. Hier drüben. Ach, und Rob hast du also schon kennengelernt?" Er schien Robert zu kennen. „Äh ja scheint so. Kennt ihr euch?“ Robert antworte für Christopher: „Klar, Chris ist mein bester Freund wir kennen uns bereits eine Ewigkeit.“ Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass mit einer Ewigkeit auch tatsächlich diese gemeint war.

Schon nach kurzer Zeit war unser Tisch voller Schüler die mit Rob und Chris befreundet waren. Ich fühlte mich ein wenig belagert, da sie offensichtlich sehr viel Interesse an mir hatten und mich mit Fragen regelrecht bombardierten. Christopher erklärte mir, dass es daran läge, dass ich neu auf der Schule war und den Leuten Abwechslung in ihren langweiligen Schulalltag bringen würde. Ich hoffte einfach, dass sich das sehr bald wieder legen würde. Der Schultag ging unwahrscheinlich schnell vorüber. Ich wartete wie vereinbart am Auto auf Christopher, der mich eine geschlagene halbe Stunde warten ließ. Als er endlich kam hatte er Robert im Schlepptau, sie alberten rum und beachteten mich im ersten Moment überhaupt nicht. Als Christopher dann zu mir rüber blickte und meinen Gesichtsausdruck sah fing er nur an zu grinsen. „Hey, mir ist etwas dazwischen gekommen, ich hoffe, du hast nicht lange gewartet.“ Ich schaute ihn grimmig an. „Ich warte jetzt seit einer halben Stunde, weil ICH pünktlich war.“ Christopher brummte: „Kannst du nicht einfach meine Entschuldigung annehmen, anstatt gleich so einen Aufstand zu machen?“

Ich wurde rot und musste mir eingestehen, dass er Recht hatte. Ich machte ihm Vorwürfe, obwohl er sich schon entschuldigt hatte und das im Beisein von Robert. Er war es auch der die Unterhaltung unterbrach: „Hi Samantha, wie war dein erster Schultag so?“ Er schien das Thema wechseln zu wollen und ich ging dankend darauf ein. „Danke, ich denke ich habe ihn gut gemeistert.“ Christopher war schon ins Auto eingestiegen und Robert folgte ihm, was mich wunderte. „Kommst du mit zu uns Robert?“ er antwortete: “Ja, Chris und ich waren für heute verabredet.“ Christopher meldet sich aus dem Auto zu Wort: „Brauch ich dazu jetzt deine Erlaubnis oder steigst du auch endlich ein damit wir los fahren können?“ Schuldbewusst stieg ich auf die Rückbank des Autos und versuchte einfach nicht falsches mehr zu sagen. Während der Fahrt beobachtete ich die Beiden wie vertraut sie miteinander umgingen. Zwischendurch blickte ich über den Innenrückspiegel in ihre Gesichter und erst jetzt fielen mit die eisblauen Augen von Robert auf. Solche Augen hatte ich nie zuvor gesehen, wieso waren sie mir nicht vorher schon aufgefallen? In diesem Moment blickte auch Robert in den Rückspiegel und schaute mir direkt in meine. Ich schaute so schnell wie möglich weg, in der Hoffnung, dass er nicht dachte, dass ich ihn angestarrt hätte oder habe ich genau das getan?

Ich ließ meine Gedanken schweifen und mein Herz machte einen Sprung. Ich verhielt mich seit dem ich hier war so merkwürdig, nicht wie Sam, ich war sensibler geworden und sah in allem eine Bedrohung, ich war nervös. Ich lief bei jeder Gelegenheit gleich rot an, was früher gar nicht meine Art war. Ich versuchte mir einzureden, dass es an den vielen Veränderungen liegen musste, die der plötzliche Tod meiner Großmutter mit sich gebracht hatte. Robert holte mich aus meinen Gedanken: „Sa-ham?“ Ich blickte auf. „Ja was denn?“ Er schaute belustigt drein: „Warst du gerade in einer anderen Welt? Wir sind zu Hause, aber wenn du den Tag über lieber im Auto sitzen bleiben möchtest.“ Er grinste, anscheinend fand er es witzig. „Nein, Nein, ich war nur in Gedanken.“ Robert stieg aus und hielt mir seine Hand hin um mir aus dem Wagen zu helfen. Ich schrak einen kurzen Moment vor ihm zurück, seine Hand war eiskalt. Als ich ihn anschaute bemerkte ich, dass er mich beobachtet hatte, aber ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Er beobachtete mich weiter mit einem durchdringenden Blick der mir Angst machte. Ich bedankte mich knapp für seine Hilfe und flüchtete ins Haus.

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  1. Ich ahne es was sie sind und Sam übertreibt ja ganz schön, aber wenn einem der Schreck im Genick sitzt dann ist das eben mal so. ^^
    Bin gespannt wie es weiter geht.

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