Freitag, 14. Dezember 2012

Story: Blutmond - Das Ritual

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: Blutmond

Stundenlang durchsuchte ich verzweifelt das Internet um heraus zu finden was mir Elena da in die Hand gedrückt hatte. Ich wollte schon aufgeben und diesen Beutel entsorgen, als ich auf einer Seite, die sich mit Voodoo befasste, fündig wurde. Diese Seite war ein Shop für Kettenanhänger auf denen die verschiedensten Symbole abgebildet waren. Unter anderen fand ich auch die drei, die auf diesen Beutel eingestickt waren. Das eine stand für „Stärke erlangen“, das andere für „Siegreich im Kampf“ und das dritte „Schutz“. Nachdem ich gespannt die Seite durchgelesen hatte ließ ich mich zurück in meinen Stuhl fallen. Ich fühlte mich nicht viel schlauer als vorher, eher im Gegenteil, es verwirrte mich noch mehr.

Leider hatte ich keine Informationen zu den Kräutern finden können, mit denen der Beutel gefüllt war. Ich hatte versucht diese mit den Abbildungen im Internet zu vergleichen, doch hätte es fast jede dieser Pflanzen sein können. Nachdenklich betrachtete ich den kleinen Beutel und rollte ihn zwischen meinen Händen. Elena meinte es wohl ernst damit, dass ich in Gefahr war. Es war spannend für mich jemanden kennen zu lernen der sich mit solchen Dingen befasste, aber das sie das hier ohne mein Einverständnis gemacht hatte beunruhigte mich, denn auf dieser Internetseite stand auch, dass man dazu etwas von mir benötigte, wie z.B. Haare oder einen persönlichen Gegenstand. Ich überlegte, ob ich sie zur Rede stellen sollte, doch verwarf diesen Gedanken gleich wieder. Mein Blick fiel auf die Uhr, 1:32 prankte dort in roten Zahlen. Ich hatte gar nicht bemerkt wie spät es inzwischen geworden war. Keiner hatte mich zum Abendessen gerufen oder nach mir gesehen. Da mein Magen grummelte entschloss ich mich dazu in die Küche zu gehen und mir was zu Essen zu machen.

Um niemanden zu wecken, tastete ich mich durch das dunkle Haus. Während ich die Treppe herab stieg schlug mir das Herz bis zum Hals. Die Finsternis machte mich nervös und wirkte gruselig, ich musste an die vielen Horrorfilme denken, die ich bereits gesehen hatte. Immer hatte ich die Augen verdreht, wenn die Opfer vor ihren Mördern die Treppe hinauf flüchteten. Mit klopfenden Herzen betrat ich die Küche und war erleichtert, dass sich der Raum gleich erhellen würde, als meine Aufmerksamkeit auf merkwürdige Geräusche gezogen wurde. „Nicht schon wieder.“, fluchte ich leise und verdrehte die Augen. Ich hoffte, dass ich nicht schon wieder Chris mitten in der Nacht begegnen würde, besonders nach dem gestrigen Nachmittag, ich wollte nicht mit ihm darüber reden.

Ich folgte den Geräuschen bis ins Wohnzimmer. Ich dachte erst, dass das Feuer im Kamin brennen würde, doch kam das Licht von draußen. Ich ging zur Terrassentür und bemerkte jetzt erst, dass es ein tiefer Sing Sang war, der sich immer wiederholte. Neugierig schlich ich an ein Fenster um nach draußen zu sehen und fragte mich, ob vielleicht Elena gerade praktizierte. Am Fenster angekommen erhaschte ich gleich einen Blick auf die Geschehnisse und traute meinen Augen kaum. Mitten auf der Wiese waren mehrere brennende Fackeln im Kreis aufgestellt. Im Zentrum des Kreises stand eine großer flacher Stein, ich vermutete, dass es eine Art Altar darstellen sollte. Dieser Altar wurde von sechs Personen umkreist, die sich an den Händen hielten und dabei vor sich her sangen. Aber nicht die Fackeln oder die Menschen irritierten mich, sondern dass sie allesamt Nackt waren, bis auf eine Maske die sie vor ihrem Gesicht trugen. Ich war erschrocken, aber dennoch neugierig. Ich schnappte mir ein Kissen von der Couch und machte es mir am Fenster gemütlich um das Szenario weiter zu beobachten.

Plötzlich stellten sie den Gesang ein und zwei weitere Personen betraten den Fackelkreis. Auch sie, waren bis auf eine Maske, splitternackt. Das eine war eine Frau die sich nun mit dem Bauch auf den Altar legte. Während ihre Handgelenke mit seilen fest gebunden wurden, umkreiste der zweite Nachzügler, der eindeutig ein Mann war, den Altar und hielt dabei einen Dolch in die Höhe. Er sprach nicht laut genug, so dass ich ihn nicht verstehen konnte. Als nächstes reichte ihm einer der anderen einen goldenen Kelch, in den er den Dolch tunkte. Beides hielt er in die Höhe, bevor er den Kelch wieder zurück gab. Dann stimmten sie wieder den Gesang an, die Leute fassten sich erneut an den Händen und umkreisten weiter den Altar. Gebannt beobachtete ich das Schauspiel, ohne dabei zu erröten. Klar, sie waren alle nackt, aber dadurch, dass sie alle Masken trugen, fühlte es sich nicht falsch an.

Endlich war der Mann mit dem Dolch fertig und es kam Bewegung in die Sache. Als erstes keuchte ich erschrocken auf, weil es so aussah, als würde er die Frau mit dem Dolch verletzen, aber statt dessen strich er ihr mit der flachen Seite der Klinge über ihren Körper, dabei umrundete er den Altar. Es hinterließ dunkle Streifen auf ihrer Haut, aber musste es die Flüssigkeit sein die im den Kelch gewesen war. Irgendwann blieb er dann stehen und der gleiche Kerl der ihm den Kelch gereicht hatte, nahm ihm nun den Dolch ab. Was nun kam, mit dem hatte ich nicht gerechnet, auch wenn sie alle nackt vor sich hin tanzten. Ich wusste nicht, ob ich zu- oder wegschauen sollte.

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Freitag, 14. Dezember 2012

Story: Blutmond - Das Ritual

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: Blutmond

Stundenlang durchsuchte ich verzweifelt das Internet um heraus zu finden was mir Elena da in die Hand gedrückt hatte. Ich wollte schon aufgeben und diesen Beutel entsorgen, als ich auf einer Seite, die sich mit Voodoo befasste, fündig wurde. Diese Seite war ein Shop für Kettenanhänger auf denen die verschiedensten Symbole abgebildet waren. Unter anderen fand ich auch die drei, die auf diesen Beutel eingestickt waren. Das eine stand für „Stärke erlangen“, das andere für „Siegreich im Kampf“ und das dritte „Schutz“. Nachdem ich gespannt die Seite durchgelesen hatte ließ ich mich zurück in meinen Stuhl fallen. Ich fühlte mich nicht viel schlauer als vorher, eher im Gegenteil, es verwirrte mich noch mehr.

Leider hatte ich keine Informationen zu den Kräutern finden können, mit denen der Beutel gefüllt war. Ich hatte versucht diese mit den Abbildungen im Internet zu vergleichen, doch hätte es fast jede dieser Pflanzen sein können. Nachdenklich betrachtete ich den kleinen Beutel und rollte ihn zwischen meinen Händen. Elena meinte es wohl ernst damit, dass ich in Gefahr war. Es war spannend für mich jemanden kennen zu lernen der sich mit solchen Dingen befasste, aber das sie das hier ohne mein Einverständnis gemacht hatte beunruhigte mich, denn auf dieser Internetseite stand auch, dass man dazu etwas von mir benötigte, wie z.B. Haare oder einen persönlichen Gegenstand. Ich überlegte, ob ich sie zur Rede stellen sollte, doch verwarf diesen Gedanken gleich wieder. Mein Blick fiel auf die Uhr, 1:32 prankte dort in roten Zahlen. Ich hatte gar nicht bemerkt wie spät es inzwischen geworden war. Keiner hatte mich zum Abendessen gerufen oder nach mir gesehen. Da mein Magen grummelte entschloss ich mich dazu in die Küche zu gehen und mir was zu Essen zu machen.

Um niemanden zu wecken, tastete ich mich durch das dunkle Haus. Während ich die Treppe herab stieg schlug mir das Herz bis zum Hals. Die Finsternis machte mich nervös und wirkte gruselig, ich musste an die vielen Horrorfilme denken, die ich bereits gesehen hatte. Immer hatte ich die Augen verdreht, wenn die Opfer vor ihren Mördern die Treppe hinauf flüchteten. Mit klopfenden Herzen betrat ich die Küche und war erleichtert, dass sich der Raum gleich erhellen würde, als meine Aufmerksamkeit auf merkwürdige Geräusche gezogen wurde. „Nicht schon wieder.“, fluchte ich leise und verdrehte die Augen. Ich hoffte, dass ich nicht schon wieder Chris mitten in der Nacht begegnen würde, besonders nach dem gestrigen Nachmittag, ich wollte nicht mit ihm darüber reden.

Ich folgte den Geräuschen bis ins Wohnzimmer. Ich dachte erst, dass das Feuer im Kamin brennen würde, doch kam das Licht von draußen. Ich ging zur Terrassentür und bemerkte jetzt erst, dass es ein tiefer Sing Sang war, der sich immer wiederholte. Neugierig schlich ich an ein Fenster um nach draußen zu sehen und fragte mich, ob vielleicht Elena gerade praktizierte. Am Fenster angekommen erhaschte ich gleich einen Blick auf die Geschehnisse und traute meinen Augen kaum. Mitten auf der Wiese waren mehrere brennende Fackeln im Kreis aufgestellt. Im Zentrum des Kreises stand eine großer flacher Stein, ich vermutete, dass es eine Art Altar darstellen sollte. Dieser Altar wurde von sechs Personen umkreist, die sich an den Händen hielten und dabei vor sich her sangen. Aber nicht die Fackeln oder die Menschen irritierten mich, sondern dass sie allesamt Nackt waren, bis auf eine Maske die sie vor ihrem Gesicht trugen. Ich war erschrocken, aber dennoch neugierig. Ich schnappte mir ein Kissen von der Couch und machte es mir am Fenster gemütlich um das Szenario weiter zu beobachten.

Plötzlich stellten sie den Gesang ein und zwei weitere Personen betraten den Fackelkreis. Auch sie, waren bis auf eine Maske, splitternackt. Das eine war eine Frau die sich nun mit dem Bauch auf den Altar legte. Während ihre Handgelenke mit seilen fest gebunden wurden, umkreiste der zweite Nachzügler, der eindeutig ein Mann war, den Altar und hielt dabei einen Dolch in die Höhe. Er sprach nicht laut genug, so dass ich ihn nicht verstehen konnte. Als nächstes reichte ihm einer der anderen einen goldenen Kelch, in den er den Dolch tunkte. Beides hielt er in die Höhe, bevor er den Kelch wieder zurück gab. Dann stimmten sie wieder den Gesang an, die Leute fassten sich erneut an den Händen und umkreisten weiter den Altar. Gebannt beobachtete ich das Schauspiel, ohne dabei zu erröten. Klar, sie waren alle nackt, aber dadurch, dass sie alle Masken trugen, fühlte es sich nicht falsch an.

Endlich war der Mann mit dem Dolch fertig und es kam Bewegung in die Sache. Als erstes keuchte ich erschrocken auf, weil es so aussah, als würde er die Frau mit dem Dolch verletzen, aber statt dessen strich er ihr mit der flachen Seite der Klinge über ihren Körper, dabei umrundete er den Altar. Es hinterließ dunkle Streifen auf ihrer Haut, aber musste es die Flüssigkeit sein die im den Kelch gewesen war. Irgendwann blieb er dann stehen und der gleiche Kerl der ihm den Kelch gereicht hatte, nahm ihm nun den Dolch ab. Was nun kam, mit dem hatte ich nicht gerechnet, auch wenn sie alle nackt vor sich hin tanzten. Ich wusste nicht, ob ich zu- oder wegschauen sollte.

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