Dienstag, 22. Januar 2013

Story: Blutmond - Beweise

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: Blutmond

Elena hatte ihren festen Blick auf mich gerichtet und wartete auf eine Reaktion. Ich konnte sie nur mit offenem Mund anstarren, während mir lauter wirre Gedanken durch den Kopf schossen. Sie glaubte fest an das was sie mir erzählte. Meine Großmutter eine Hexe? Wenn das so gewesen wäre, hätte ich das doch sicher mitbekommen müssen, immerhin bin ich bei ihr aufgewachsen. Natürlich ist mir bewusst, dass es Menschen gibt, die sich mit Wicca beschäftigen und es als eine Art Lebensstil ausleben, aber Flüche aussprechen die tatsächlich etwas bewirken?, „Das ist doch alles Schwachsinn!“, entgegnete ich heftig und stand auf. Ich ging zu meinem Schreibtisch, lehnte mich gegen ihn und sprach energisch weiter „Meine Großmutter hatte mit solche Dingen nichts zu tun! Das Highlight der Woche war für sie das wöchentlich Kreuzworträtsel zu lösen!“, ich verschränkte die Arme vor der Brust.


Ihr Blick wurde traurig, fast mitleidig. So heftig wie ich eben reagiert hatte, so sanft antwortete sie mir jetzt „Ich wusste nicht, dass deine Großmutter dir diesen Teil ihres Lebens verschwiegen hat, es muss schwer für sie gewesen sein.“, es schmerzte über meine Großmutter zu reden und wünschte mir, dass Elena einfach gehen würde um ihre Spukgeschichten woanders an den Mann zu bringen. Statt dessen versuchte sie sich weiter zu erklären „Ich kann verstehen, dass du mir nicht glaubst, aber ich kann es dir beweisen.“, sie ging zu Tür und forderte mich auf ihr zu folgen. Bevor ich ihr widersprechen konnte hatte sie die Tür geöffnet und war auf den Flur verschwunden. Ich stand immer noch an meinem Schreibtisch und dachte einen Moment darüber nach die Tür einfach hinter ihr abzuschließen, damit ich meine Ruhe vor ihr hatte. Andererseits....was könnte es schaden, wenn ich mir anschaue was sie für Beweise hatte? Also folgte ich ihr.

Ihr Zimmer lag unter dem Dach, welches liebevoll mit Bildern und persönlichen Dingen dekoriert war. Über dem Bett, welches mittig im Raum stand, war ein kleines Fenster eingelassen. Rechts neben dem Bett stand ein Nachtisch, links ein kleiner Kleiderschrank und direkt gegenüber eine Kommode mit mehreren Schubladen, auf dem zahlreiche Bücher standen. In einer der Schubladen, die voll von Papieren und Fotos war, suchte sie etwas. Während sie suchte, deutete sie auf ihr Bett und sagte „Nimm Platz, ich habe es sofort.“, ich ging auf das Bett zu, aber überlegte es mir anders. Ich blieb stehen, da ich so schneller verschwinden konnte, wenn sie mir zu kurios wurde. Es vergingen ein paar Minuten, bis sie plötzlich laut sagte „Ah, da ist es.“.

Sie drehte sich zu mir um und schaute mich skeptisch an. Wahrscheinlich hatte sie erwartet, dass ich auf dem Bett säße. Aber sie sagte nichts dazu und legte statt dessen ein, in braunes Leder gebundenes, Fotoalbum auf ihr Bett. Sie kniete sich direkt davor um es anschließend zu öffnen. Konzentriert blätterte sie das Album durch und prüfte aufmerksam jede Seite. Ich stand direkt neben ihr und konnte den Inhalt begutachten. Von außen würde man es für ein gewöhnliches Fotoalbum halten, doch innen konnte ich verschiedene Handschriften erkennen. Die Texte waren in verschiedenen Sprachen geschrieben, die ich nicht kannte und deshalb nicht entziffern konnte. „Was ist das?“, fragte ich sie neugierig. Während sie weiter in dem Album blätterte, antwortete sie mir „Das ist ein Grimoire, auch Zauberbuch genannt, in dem das magische Wissen der Vorfahren gesammelt wird. Es wird immer von den Eltern an ihre Kinder weiter gegeben.“, sie blätterte noch weiter und dann lief es mir Eiskalt den Rücken runter.

Ich kniete mich benommen nehmen sie und legte miene Hand auf die Seiten, damit sie nicht weiter blättern würde. Sie hatte sofort verstanden was los war und legte nun ihren Arm um meine Schulter „D-d-d-as...“, ich konnte es nicht glauben. „Ja, Señorita. Das ist die Handschrift deiner Großmutter.“, ich fuhr mit meinen Fingern über die elegant geschwungen Buchstaben. Und dann fiel mir etwas auf „Hattest du nicht gesagt, dass diese Bücher innerhalb der Familie weiter gegeben werden? Warum hast du es dann?“, Elena seufzte kurz bevor sie mit antwortete, auch für sie war es nicht einfach „Als deine Großmutter starb, hat sie es mir vermacht. Deine Mutter hat ihr Erbe nie angetreten und du wurdest nie eingeführt. Dieses Buch ist sehr mächtig, weshalb es nicht in die falschen Hände geraten darf. Ich vermute, dass sie es mir deshalb anvertraut hat.“

Langsam bekam ich Zweifel an meiner Meinung, aber ganz überzeugt hatte sie mich noch nicht „Was steht denn da so drin? Ich kenne die Sprache nicht.“, sie lächelte mich an „Das ist keine gängige Sprache. Ich selber kann es auch nicht lesen, weil es nicht mein Grimore ist. Nur die eigene Blutlinie kann es lesen.“, außer der Tatsache, dass ich es nicht lesen konnte, beschäftige mich nun noch eine andere Frage „Wann hat meine Großmutter diesen sogenannten Fluch ausgesprochen?“, sie dachte einen Moment darüber nach und antwortete „Sie muss in deinem Alter gewesen sein. Sie war in den Jungen verliebt, der damals genau so alt war wie sie, doch er machte ihr nur etwas vor. Er hatte ein anderes Interesse an ihr.“, ich begann im Kopf zu rechnen. Meine Großmutter war 86 als sie starb. „Aber Andrew war da doch noch gar nicht geboren.“, sie legte ihre Hand auf meine Hand „Nicht Andrew, sondern Christopher.“

1 Kommentar:

  1. Oha und was passiert jetzt? Sam wird eingeführt und eine mächtige Hexe???
    Ich mags nicht, wenn Du mich mit einem Fragezeichen im Gesicht zurücklässt. ^^

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Ihr seid herzlich dazu eingeladen einen Kommentar zu hinterlassen. Ob Kritik, Anregungen oder Feedback, alles ist Willkommen.

Dienstag, 22. Januar 2013

Story: Blutmond - Beweise

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: Blutmond

Elena hatte ihren festen Blick auf mich gerichtet und wartete auf eine Reaktion. Ich konnte sie nur mit offenem Mund anstarren, während mir lauter wirre Gedanken durch den Kopf schossen. Sie glaubte fest an das was sie mir erzählte. Meine Großmutter eine Hexe? Wenn das so gewesen wäre, hätte ich das doch sicher mitbekommen müssen, immerhin bin ich bei ihr aufgewachsen. Natürlich ist mir bewusst, dass es Menschen gibt, die sich mit Wicca beschäftigen und es als eine Art Lebensstil ausleben, aber Flüche aussprechen die tatsächlich etwas bewirken?, „Das ist doch alles Schwachsinn!“, entgegnete ich heftig und stand auf. Ich ging zu meinem Schreibtisch, lehnte mich gegen ihn und sprach energisch weiter „Meine Großmutter hatte mit solche Dingen nichts zu tun! Das Highlight der Woche war für sie das wöchentlich Kreuzworträtsel zu lösen!“, ich verschränkte die Arme vor der Brust.


Ihr Blick wurde traurig, fast mitleidig. So heftig wie ich eben reagiert hatte, so sanft antwortete sie mir jetzt „Ich wusste nicht, dass deine Großmutter dir diesen Teil ihres Lebens verschwiegen hat, es muss schwer für sie gewesen sein.“, es schmerzte über meine Großmutter zu reden und wünschte mir, dass Elena einfach gehen würde um ihre Spukgeschichten woanders an den Mann zu bringen. Statt dessen versuchte sie sich weiter zu erklären „Ich kann verstehen, dass du mir nicht glaubst, aber ich kann es dir beweisen.“, sie ging zu Tür und forderte mich auf ihr zu folgen. Bevor ich ihr widersprechen konnte hatte sie die Tür geöffnet und war auf den Flur verschwunden. Ich stand immer noch an meinem Schreibtisch und dachte einen Moment darüber nach die Tür einfach hinter ihr abzuschließen, damit ich meine Ruhe vor ihr hatte. Andererseits....was könnte es schaden, wenn ich mir anschaue was sie für Beweise hatte? Also folgte ich ihr.

Ihr Zimmer lag unter dem Dach, welches liebevoll mit Bildern und persönlichen Dingen dekoriert war. Über dem Bett, welches mittig im Raum stand, war ein kleines Fenster eingelassen. Rechts neben dem Bett stand ein Nachtisch, links ein kleiner Kleiderschrank und direkt gegenüber eine Kommode mit mehreren Schubladen, auf dem zahlreiche Bücher standen. In einer der Schubladen, die voll von Papieren und Fotos war, suchte sie etwas. Während sie suchte, deutete sie auf ihr Bett und sagte „Nimm Platz, ich habe es sofort.“, ich ging auf das Bett zu, aber überlegte es mir anders. Ich blieb stehen, da ich so schneller verschwinden konnte, wenn sie mir zu kurios wurde. Es vergingen ein paar Minuten, bis sie plötzlich laut sagte „Ah, da ist es.“.

Sie drehte sich zu mir um und schaute mich skeptisch an. Wahrscheinlich hatte sie erwartet, dass ich auf dem Bett säße. Aber sie sagte nichts dazu und legte statt dessen ein, in braunes Leder gebundenes, Fotoalbum auf ihr Bett. Sie kniete sich direkt davor um es anschließend zu öffnen. Konzentriert blätterte sie das Album durch und prüfte aufmerksam jede Seite. Ich stand direkt neben ihr und konnte den Inhalt begutachten. Von außen würde man es für ein gewöhnliches Fotoalbum halten, doch innen konnte ich verschiedene Handschriften erkennen. Die Texte waren in verschiedenen Sprachen geschrieben, die ich nicht kannte und deshalb nicht entziffern konnte. „Was ist das?“, fragte ich sie neugierig. Während sie weiter in dem Album blätterte, antwortete sie mir „Das ist ein Grimoire, auch Zauberbuch genannt, in dem das magische Wissen der Vorfahren gesammelt wird. Es wird immer von den Eltern an ihre Kinder weiter gegeben.“, sie blätterte noch weiter und dann lief es mir Eiskalt den Rücken runter.

Ich kniete mich benommen nehmen sie und legte miene Hand auf die Seiten, damit sie nicht weiter blättern würde. Sie hatte sofort verstanden was los war und legte nun ihren Arm um meine Schulter „D-d-d-as...“, ich konnte es nicht glauben. „Ja, Señorita. Das ist die Handschrift deiner Großmutter.“, ich fuhr mit meinen Fingern über die elegant geschwungen Buchstaben. Und dann fiel mir etwas auf „Hattest du nicht gesagt, dass diese Bücher innerhalb der Familie weiter gegeben werden? Warum hast du es dann?“, Elena seufzte kurz bevor sie mit antwortete, auch für sie war es nicht einfach „Als deine Großmutter starb, hat sie es mir vermacht. Deine Mutter hat ihr Erbe nie angetreten und du wurdest nie eingeführt. Dieses Buch ist sehr mächtig, weshalb es nicht in die falschen Hände geraten darf. Ich vermute, dass sie es mir deshalb anvertraut hat.“

Langsam bekam ich Zweifel an meiner Meinung, aber ganz überzeugt hatte sie mich noch nicht „Was steht denn da so drin? Ich kenne die Sprache nicht.“, sie lächelte mich an „Das ist keine gängige Sprache. Ich selber kann es auch nicht lesen, weil es nicht mein Grimore ist. Nur die eigene Blutlinie kann es lesen.“, außer der Tatsache, dass ich es nicht lesen konnte, beschäftige mich nun noch eine andere Frage „Wann hat meine Großmutter diesen sogenannten Fluch ausgesprochen?“, sie dachte einen Moment darüber nach und antwortete „Sie muss in deinem Alter gewesen sein. Sie war in den Jungen verliebt, der damals genau so alt war wie sie, doch er machte ihr nur etwas vor. Er hatte ein anderes Interesse an ihr.“, ich begann im Kopf zu rechnen. Meine Großmutter war 86 als sie starb. „Aber Andrew war da doch noch gar nicht geboren.“, sie legte ihre Hand auf meine Hand „Nicht Andrew, sondern Christopher.“

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  1. Oha und was passiert jetzt? Sam wird eingeführt und eine mächtige Hexe???
    Ich mags nicht, wenn Du mich mit einem Fragezeichen im Gesicht zurücklässt. ^^

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