Freitag, 10. Mai 2013

Story: The Huntsmen - Dante - Freunde bleiben

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: The Huntsmen

Tatjana bestellte mich zum ersten Mal in ihre Wohnung, die anders aussah, als ich sie mir vorgestellt hatte. Ich saß im Wohnzimmer auf der beigefarbenen Couch und wunderte mich über die hellen Farben, die den Raum dominierten. Sie hatte die letzten Wochen viel Zeit für mich geopfert, um mich in die Bräuche und Gesetze des Rudels einzuführen. Verblüfft darüber, was ich alles beachten musste, wurde mir bewusst, wie viele Gesetzte ich in meiner „herrenlosen“ Zeit gebrochen hatte. Ihren Bruder, Mikael, bekam ich nur selten zu Gesicht. Seit dem Vorfall im „Huntsmen“ Hauptquartier, hatten sie sich voneinander distanziert, und wenn sie sich sahen, dann gab es meistens Streit. Sie hatte es nicht einfach als weibliche Rüdelführerin und, dass ihr Bruder sie nun nicht mehr unterstützte, machte alles noch komplizierter. Ich genoss die Zeit mit ihr umso mehr und fieberte jedem Treffen entgegen. Die Leidenschaft, mit der sie sich für ihr Rudel aufopferte, beeindruckte mich. Niemals hatte ich eine Frau wie sie getroffen, mit jedem Treffen schlug mein Herz höher für sie.


Mit zwei Tassen in der Hand setzte sich die Werwölfin neben mich auf das kleine Sofa, welches mitten im Raum stand. Nervös inspizierte ich weiter die Wohnung, als ob es nichts Interessanteres gäbe. Während sie eine Tasse abstellte, sagte sie: »Hier ist der Kaffee, wie du ihn magst.«, dabei lächelte sie mich an und rührte mit einem kleinen Löffel ihren Kaffee um. Ich griff nach meiner Tasse und nahm einen Schluck. Mit einem verstohlenen Blick beobachtete ich sie und bemerkte, dass sie plötzlich traurig wirkte, weshalb ich sie fragte: »Hast du was von Mikael gehört?«, worauf ihre Miene noch düsterer wurde und sie mit einem traurigen Blick in ihre Tasse starrte.
Mit dem Gefühl mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten zu sein, versuchte ich das Thema zu wechseln: »Und was machen wir heute?«
Sie stellte ihrer Tasse auf dem Tisch ab und antwortete: »Ich habe dich heute hier her bestellt, weil ich dir was sagen muss.«, langsam fuhr sie mit ihrem Finger am Tassenrand entlang, was sie zu sagen hatte, fiel ihr offensichtlich schwer. Ich gab ihr die Zeit, die sie benötigte, um die richtigen Worte zu finden. Ich ahnte bereits, worauf es hinauslaufen würde. Sie atmete tief ein, bevor sie weiter sprach: »Wir haben die wichtigsten Themen besprochen, alles andere, was es noch zu lernen gibt, wird Shyla mit dir durchgehen.“

Obwohl ich das hatte kommen sehen, verspürte ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust. Ich wollte nicht, dass sie bemerkte, was in mir vorging, also setzte ich mich gerade auf und entgegnete ihr: »Okay. Würdest du mir trotzdem erklären, warum?«, ich musste mich räuspern und hoffte, dass sie es nicht auf meine Nervosität zurückführte. Sie wandte sich das erste Mal heute Abend zu mir um und hatte immer noch dieses traurige Lächeln in ihrem hübschen Gesicht.
Sie legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel, was mein Herz höher schlagen ließ. Ich verstand selber nicht so recht, was mit mir los war. Es waren Gefühle, die ich nie wieder empfinden wollte und deshalb versuchte zu verdrängen. Sie zog ihre Hand sofort wieder weg und sagte dann: »Deswegen. Denkst du, ich bemerke es nicht? Ich kann es an dir riechen.«
Mein Herz setzte vor Schreck einen Moment aus. Ich war so sehr damit beschäftigt meine aufkommenden Gefühle vor ihr zu verbergen, dass ich nicht bemerkt hatte, dass sie es schon längst wusste. Sie hatte bisher nur so viel Taktgefühl bewiesen, es mir nicht zu sagen. Ich wendete meinen Blick beschämt von ihr ab und Enttäuschung kam in mir auf. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mir Shyla die Dinge so nahe bringen konnte wie sie. Es hatte nichts damit zu tun, dass Shyla mehr als doppelt so alt war wie ich, sondern damit, dass ich nicht ohne die regelmäßigen Treffen mit Tatjana leben wollte.

Ich räusperte mich erneut und spürte ihren Blick, der auf mir ruhte. Ich ließ den Kaffee in meiner Tasse kreisen, während ich ihr antwortete: »Ich weiß nicht, was du meinst.«, selbst in meinen Ohren klang das unglaubwürdig, aber hatte ich nicht vor es zuzugeben und mich als Trottel zu outen. Sie atmete tief aus und setzte immer wieder zum Reden an, fand aber wohl nicht die richtigen Worte. Stattdessen rückte sie etwas näher an mich heran und hob mit ihrer Hand mein Kinn an: »Sprich bitte mit mir darüber. Es braucht dir nicht peinlich sein. Du kannst doch nichts dafür, dass du etwas für mich empfindest.«
Ich ließ ihre Berührung zu und genoss es ihre weiche Haut auf meiner zu spüren. Ich atmete ihren Duft ein, eine Mischung aus Lavendel und Jasmin, den ich unter allen Kreaturen dieser Welt immer wiedererkennen würde. Aber dann wurde mir bewusst, was sie gesagt hatte. Ich schlug ihre Hand weg und sprang wie von einer Tarantel gestochen auf. Verletzt von ihren Worten ging ich sie wütend an: »Ich soll mit dir darüber reden? Es braucht mir nicht peinlich sein? Als Nächstes kommt dann der berühmte Satz: „Lass uns Freunde bleiben?“, meine Worte waren lauter als gewollt, aber jetzt konnte ich es nicht mehr zurücknehmen.

Mit aufgerissen Augen saß sie vor mir, in die Ecke des Sofas gedrängt. Dass sie vor mir zurückwich, verletzte mich, aber hatte ich es mir selber zuzuschreiben. Ich hatte immer noch nicht gelernt mein Temperament zu zügeln, aber ihre Anwesenheit machte mir das nicht leichter, denn ihre Nähe verwirrte mich. „Es tut mir leid, ich wollte dir keine Angst machen“, entschuldigte ich mich bei ihr und erklärte weiter: »Du hast recht, ich empfinde was für dich, und wenn es mich zum größten Trottel der Welt macht, dann sei es so. Ich bringe alle Kraft auf, um meine Gefühle zu dir zu verdrängen. Bitte glaub mir das.«
Verzweifelt ließ ich mich auf den Sessel neben der Couch sinken und wartete geduldig ab, wie sie reagierte. Eine gefühlte Ewigkeit schaute sie mich nur an, immer noch den Schrecken in ihren Knochen und ich ließ den Kopf hängen. Ich konnte sie nicht ansehen. Das Bedürfnis davon zu laufen unterdrückte ich, da ich wissen musste, was sie dazu zu sagen hatte.

Endlich regte sie sich. Sie stand auf und kam zu meiner Überraschung auf mich zu. Sie kniete sich vor mir auf den Boden und nahm meine Hände in ihre. Sie senkte ihren Kopf so tief, dass sie in mein Gesicht blicken konnte, ohne dass ich meinen Kopf anheben musste. Sie zog meine Hand an ihre Wange und schmiegte ihr Gesicht in meine Handfläche. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und der Drang sie zu küssen, war noch nie stärker gewesen. Langsam hob sie ihren Blick und sagte: „Du hast mich völlig falsch verstanden. Ich möchte nicht, dass du deine Gefühle verdrängst und nichts läge mir ferner, als dir das zu glauben.“, und legte ihre Lippen auf meine.

Kommentare:

  1. Hi,

    ich finde es echt super mal in die Gefühlswelt von Dante einzutauchen. Du hast das sehr toll beschrieben, was mir sehr ans Herz gegangen ist. Einfach süß. Ich hoffe, dass Tatjana das Missverständnis aufklären kann.

    LG Katrin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für dein Feedback :)

      Genau das wollte ich erreichen.

      LG Caitlyn

      Löschen
  2. Schön wieder was von Dante zu lesen.
    Bin gespannt wie es mit den beiden weiter geht.
    T. R.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Süße,

      haben deine beiden Teufel dich ja lesen lassen,
      freu mich :D

      LG Caitlyn

      Löschen

Ihr seid herzlich dazu eingeladen einen Kommentar zu hinterlassen. Ob Kritik, Anregungen oder Feedback, alles ist Willkommen.

Freitag, 10. Mai 2013

Story: The Huntsmen - Dante - Freunde bleiben

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: The Huntsmen

Tatjana bestellte mich zum ersten Mal in ihre Wohnung, die anders aussah, als ich sie mir vorgestellt hatte. Ich saß im Wohnzimmer auf der beigefarbenen Couch und wunderte mich über die hellen Farben, die den Raum dominierten. Sie hatte die letzten Wochen viel Zeit für mich geopfert, um mich in die Bräuche und Gesetze des Rudels einzuführen. Verblüfft darüber, was ich alles beachten musste, wurde mir bewusst, wie viele Gesetzte ich in meiner „herrenlosen“ Zeit gebrochen hatte. Ihren Bruder, Mikael, bekam ich nur selten zu Gesicht. Seit dem Vorfall im „Huntsmen“ Hauptquartier, hatten sie sich voneinander distanziert, und wenn sie sich sahen, dann gab es meistens Streit. Sie hatte es nicht einfach als weibliche Rüdelführerin und, dass ihr Bruder sie nun nicht mehr unterstützte, machte alles noch komplizierter. Ich genoss die Zeit mit ihr umso mehr und fieberte jedem Treffen entgegen. Die Leidenschaft, mit der sie sich für ihr Rudel aufopferte, beeindruckte mich. Niemals hatte ich eine Frau wie sie getroffen, mit jedem Treffen schlug mein Herz höher für sie.


Mit zwei Tassen in der Hand setzte sich die Werwölfin neben mich auf das kleine Sofa, welches mitten im Raum stand. Nervös inspizierte ich weiter die Wohnung, als ob es nichts Interessanteres gäbe. Während sie eine Tasse abstellte, sagte sie: »Hier ist der Kaffee, wie du ihn magst.«, dabei lächelte sie mich an und rührte mit einem kleinen Löffel ihren Kaffee um. Ich griff nach meiner Tasse und nahm einen Schluck. Mit einem verstohlenen Blick beobachtete ich sie und bemerkte, dass sie plötzlich traurig wirkte, weshalb ich sie fragte: »Hast du was von Mikael gehört?«, worauf ihre Miene noch düsterer wurde und sie mit einem traurigen Blick in ihre Tasse starrte.
Mit dem Gefühl mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten zu sein, versuchte ich das Thema zu wechseln: »Und was machen wir heute?«
Sie stellte ihrer Tasse auf dem Tisch ab und antwortete: »Ich habe dich heute hier her bestellt, weil ich dir was sagen muss.«, langsam fuhr sie mit ihrem Finger am Tassenrand entlang, was sie zu sagen hatte, fiel ihr offensichtlich schwer. Ich gab ihr die Zeit, die sie benötigte, um die richtigen Worte zu finden. Ich ahnte bereits, worauf es hinauslaufen würde. Sie atmete tief ein, bevor sie weiter sprach: »Wir haben die wichtigsten Themen besprochen, alles andere, was es noch zu lernen gibt, wird Shyla mit dir durchgehen.“

Obwohl ich das hatte kommen sehen, verspürte ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust. Ich wollte nicht, dass sie bemerkte, was in mir vorging, also setzte ich mich gerade auf und entgegnete ihr: »Okay. Würdest du mir trotzdem erklären, warum?«, ich musste mich räuspern und hoffte, dass sie es nicht auf meine Nervosität zurückführte. Sie wandte sich das erste Mal heute Abend zu mir um und hatte immer noch dieses traurige Lächeln in ihrem hübschen Gesicht.
Sie legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel, was mein Herz höher schlagen ließ. Ich verstand selber nicht so recht, was mit mir los war. Es waren Gefühle, die ich nie wieder empfinden wollte und deshalb versuchte zu verdrängen. Sie zog ihre Hand sofort wieder weg und sagte dann: »Deswegen. Denkst du, ich bemerke es nicht? Ich kann es an dir riechen.«
Mein Herz setzte vor Schreck einen Moment aus. Ich war so sehr damit beschäftigt meine aufkommenden Gefühle vor ihr zu verbergen, dass ich nicht bemerkt hatte, dass sie es schon längst wusste. Sie hatte bisher nur so viel Taktgefühl bewiesen, es mir nicht zu sagen. Ich wendete meinen Blick beschämt von ihr ab und Enttäuschung kam in mir auf. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mir Shyla die Dinge so nahe bringen konnte wie sie. Es hatte nichts damit zu tun, dass Shyla mehr als doppelt so alt war wie ich, sondern damit, dass ich nicht ohne die regelmäßigen Treffen mit Tatjana leben wollte.

Ich räusperte mich erneut und spürte ihren Blick, der auf mir ruhte. Ich ließ den Kaffee in meiner Tasse kreisen, während ich ihr antwortete: »Ich weiß nicht, was du meinst.«, selbst in meinen Ohren klang das unglaubwürdig, aber hatte ich nicht vor es zuzugeben und mich als Trottel zu outen. Sie atmete tief aus und setzte immer wieder zum Reden an, fand aber wohl nicht die richtigen Worte. Stattdessen rückte sie etwas näher an mich heran und hob mit ihrer Hand mein Kinn an: »Sprich bitte mit mir darüber. Es braucht dir nicht peinlich sein. Du kannst doch nichts dafür, dass du etwas für mich empfindest.«
Ich ließ ihre Berührung zu und genoss es ihre weiche Haut auf meiner zu spüren. Ich atmete ihren Duft ein, eine Mischung aus Lavendel und Jasmin, den ich unter allen Kreaturen dieser Welt immer wiedererkennen würde. Aber dann wurde mir bewusst, was sie gesagt hatte. Ich schlug ihre Hand weg und sprang wie von einer Tarantel gestochen auf. Verletzt von ihren Worten ging ich sie wütend an: »Ich soll mit dir darüber reden? Es braucht mir nicht peinlich sein? Als Nächstes kommt dann der berühmte Satz: „Lass uns Freunde bleiben?“, meine Worte waren lauter als gewollt, aber jetzt konnte ich es nicht mehr zurücknehmen.

Mit aufgerissen Augen saß sie vor mir, in die Ecke des Sofas gedrängt. Dass sie vor mir zurückwich, verletzte mich, aber hatte ich es mir selber zuzuschreiben. Ich hatte immer noch nicht gelernt mein Temperament zu zügeln, aber ihre Anwesenheit machte mir das nicht leichter, denn ihre Nähe verwirrte mich. „Es tut mir leid, ich wollte dir keine Angst machen“, entschuldigte ich mich bei ihr und erklärte weiter: »Du hast recht, ich empfinde was für dich, und wenn es mich zum größten Trottel der Welt macht, dann sei es so. Ich bringe alle Kraft auf, um meine Gefühle zu dir zu verdrängen. Bitte glaub mir das.«
Verzweifelt ließ ich mich auf den Sessel neben der Couch sinken und wartete geduldig ab, wie sie reagierte. Eine gefühlte Ewigkeit schaute sie mich nur an, immer noch den Schrecken in ihren Knochen und ich ließ den Kopf hängen. Ich konnte sie nicht ansehen. Das Bedürfnis davon zu laufen unterdrückte ich, da ich wissen musste, was sie dazu zu sagen hatte.

Endlich regte sie sich. Sie stand auf und kam zu meiner Überraschung auf mich zu. Sie kniete sich vor mir auf den Boden und nahm meine Hände in ihre. Sie senkte ihren Kopf so tief, dass sie in mein Gesicht blicken konnte, ohne dass ich meinen Kopf anheben musste. Sie zog meine Hand an ihre Wange und schmiegte ihr Gesicht in meine Handfläche. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und der Drang sie zu küssen, war noch nie stärker gewesen. Langsam hob sie ihren Blick und sagte: „Du hast mich völlig falsch verstanden. Ich möchte nicht, dass du deine Gefühle verdrängst und nichts läge mir ferner, als dir das zu glauben.“, und legte ihre Lippen auf meine.

Kommentare:

  1. Hi,

    ich finde es echt super mal in die Gefühlswelt von Dante einzutauchen. Du hast das sehr toll beschrieben, was mir sehr ans Herz gegangen ist. Einfach süß. Ich hoffe, dass Tatjana das Missverständnis aufklären kann.

    LG Katrin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für dein Feedback :)

      Genau das wollte ich erreichen.

      LG Caitlyn

      Löschen
  2. Schön wieder was von Dante zu lesen.
    Bin gespannt wie es mit den beiden weiter geht.
    T. R.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Süße,

      haben deine beiden Teufel dich ja lesen lassen,
      freu mich :D

      LG Caitlyn

      Löschen

Ihr seid herzlich dazu eingeladen einen Kommentar zu hinterlassen. Ob Kritik, Anregungen oder Feedback, alles ist Willkommen.