Donnerstag, 2. Mai 2013

Story: The Huntsmen - Megan - Schmerzen

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: The Huntsmen

Plötzlich zogen unerträgliche Schmerzen durch meinen Körper. Mit einem Blick auf meinem Bauch sah ich, wie eine kleine Hand gegen meine Bauchdecke drückte. Die Schmerzen verschlugen mir die Sprache, so dass ich meine Hände neben mir in die Matratze grub. Als ich die Schmerzwelle überstanden hatte, schrie ich: „Rahla! Hilf mir! Rahla!“
Eine Sekunde später riss jemand die Tür auf, aber zu meiner Enttäuschung, stürzte Liam herein: „Was ist l…“, er beendete seine Frage nicht, denn mit einem Blick erkannte er, was vor sich ging. Anstatt aber zu reagieren, blieb er wie versteinert in der Tür stehen, weshalb ich ihn anbrüllte: „Wo ist Rahla?“, er blinzelte kurz, aber gab mir keine Antwort. So hatte ich ihn noch nicht erlebt. Ich schrie ihn erneut an: „Hol sie! Sofort!“
Endlich löste er sich aus seiner Starre und verließ umgehend das Zimmer. Ich beobachtete weiter meinen Bauch, unter dem sich das Kind sichtbar austobte. Immer wieder spannte sich die Haut an, wenn der Kleine seine Hände ausstreckte. Dann beobachtete ich etwas, dass alles in mir gefrieren ließ. Die kleinen Hände gruben sich von innen in meine Haut und zogen sie auseinander, so als würde er sie zerreißen wollen, aber er hatte dabei keinen Erfolg, mein Glück.
Als die nächste Wehe über mich hinweg rollte, fiel ich fast in Ohnmacht. Mit solchen Schmerzen hatte ich nicht gerechnet. Naiv, wie ich war, hatte ich mich darauf verlassen, dass es wie in meinem Traum von Sofia sein würde. Die Geburt von Rose war im Vergleich zu dem hier, ein Spaziergang gewesen, obwohl ich fast 19 Stunden in den Wehen gelegen hatte. Es fühlte sich an, als ob mich etwas von innen zeriss.
Endlich ließ der Schmerz nach und ich ließ mich mit tränennassem Gesicht zurück in die Kissen sinken. Ich beobachtete nervös die Tür, mit der Erwartung jeden Moment jemand zu sehen. Ich fragte mich, wo Rahla blieb.

Angst kam in mir auf. Ich konnte das hier niemals alleine durchstehen, was würde jetzt passieren? Gebannt beobachtete ich wieder meinen Bauch. Die Haut war stets in Bewegung, spannte sich immer wieder über die Hände des Kindes.
Mein Blick schoss nervös zur offenstehenden Tür, in der Hoffnung, dass Rahla kommen würde. Doch dann ließ mich ein explodierender Schmerz aufschreien. An meiner Hüfte lief etwas Warmes und Feuchtes entlang, weshalb ich wieder an mit herab schaute. Mit einem Keuchen versuchte ich zu verstehen, was ich dort sah. Ein großes Loch klaffte in meinem Bauch, aus dem zwei kleine Hände hervorragten. Sie sahen aus wie normale Säuglingshände, aber wenn man genau hinsah, erkannte man die scharfen Fingernägel, die soeben meine Haut durchstoßen hatten. Ich wimmerte aus Verzweiflung vor mich her, da ich mich so hilflos fühlte.

Eilig kam die Schamanin herein gestürzt. Mit weit aufgerissenen Augen ruhte ihr Blick auf meinem Bauch. Sie zog scharf die Luft ein und eilte anschließend zu mir. Hinter ihr erkannte ich Liam, der sich mit einer großen Tasche neben sie stellte. Dass keiner von beiden mit mir sprach, machte mich wütend. Ich hatte erwartet, dass wenigstens sie mich beruhigen würde. Aufgebracht fuhr ich sie an: „Was ist hier los? Das…“, ich deutete auf meinen Bauch, während ich das sagte „ist doch nicht normal.“
Rahlas mitleidiger Blick entmutigte mich, bevor ich weiter nachfragen konnte, sagte sie: „Ich hatte gehofft, dass es nicht dazu kommen würde.“
„Du hast gehofft…“, das verschlug mir die Sprache, entgeistert starrte ich sie an. Ihr Gesicht war jetzt weiß wie ein Lacken und ich erkannte, dass sie genauso entsetzt war wie ich.
Während wir aneinander anstarrten, rissen die Hände meine Haut weiter auseinander. Panisch griff ich nach Rahla und zog sie an mich heran. Durch meine zusammengebissenen Zähne beschwor ich sie „Hol das Ding aus mir raus.“
Sie schnappte vor Schreck nach Luft. Ihre Augen erfüllt vor Angst, schossen zu Liam. Jetzt wurde mir klar, dass er wusste, was hier vor sich ging, er wirkte nicht überrascht. Während ich ihn beobachtete, presste er seine Lippen aufeinander, sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. Anstatt zu helfen, ging er zum Fenster und setzte sich in den Sessel, in dem er schon so oft gesessen hatte.

Die hektischen Handgriffe von Rahla lenkten mich von Liam ab. Sie hatte inzwischen Räucherstäbchen angezündet und machte über mir, mit ihren Händen, kreisende Bewegungen. Als ich sie aus dem Schmerz heraus erneut anschreien wollte, sah ich wie die kleinen Hände plötzlich stillhielten. Was immer sie tat, es schien zu wirken. Als Nächstes stimmte sie einen Singsang an, ihre Stimme wurde mal tiefer und wieder höher, als ob sie nach der richtigen Stimmlage suchen würde, was mich beruhigte. Die Schmerzen ließen etwas nach, sodass sie auszuhalten waren. Mit offenem Bauch lag ich da, abwartend was passieren würde. Es wunderte mich, dass die Wunde nicht anfing zu verheilen. Neugierig beobachtete ich die Schamanin, wie sie eine Art Ritual durchführte. Sinn und Zweck entzogen sich jedoch meinem Wissen, aber entschied ich mich dazu, sie nicht dabei zu stören, denn das konnte nur zu meinem Nachteil sein.

Plötzlich tauchte Liam hinter ihr auf, den ich total vergessen hatte. Sein Gesichtsausdruck ließ mich ahnen, dass er des Wartens müde war: „Rahla, was wird das? Wir hatten eine Abmachung.“, er legte seine Hand grob an ihren Arm, um sie auf sich aufmerksam zu machen, doch reagierte sie nicht auf ihn. Ich wusste nicht, ob sie die Ruhe benötigte, die ich ihr gegeben hatte, aber wenn ich ihr in dieser Situation diese geben konnte, dann hatte er das gefälligst auch zu tun: „Psssch. Lass sie sich konzentrieren.“
Ungeduldig rüttelte er weiter an ihrem Arm, was sie letztendlich aus ihrer Konzentration riss. Er wiederholte seine Frage, als er sich ihrer Aufmerksamkeit sicher war. Verwirrt schaute sie neben sich, wo Liam über ihr aufragte. Dann stammelte sie „Ich versuche sie zu retten. Wir können beide am Leben halten.“
Ich zuckte zusammen, als er ihr eine Ohrfeige gab und giftig widersprach: „Das war nicht der Plan, Schamanin. Ich brauche nur ihren Körper. Ihr Geist ist zu widerspenstig.“
Ungläubig beäugte ich einen nach dem anderen und richtete meine nächste Frage an Liam: „Soll das heißen, dass klar war, dass ich hopsgehen würde?“

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Danke, das fasse ich als Kompliment auf :D

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  2. Sehr schön die Liebe.Ich habe genossen.

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  3. Uff!!!
    Arme Mag, ich hoffe sie überlebt das.
    T. R.

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    1. Wer weiß... *mysteriöse Miene aufsetz* ^.^

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Donnerstag, 2. Mai 2013

Story: The Huntsmen - Megan - Schmerzen

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Was bisher geschah erfahrt ihr hier: The Huntsmen

Plötzlich zogen unerträgliche Schmerzen durch meinen Körper. Mit einem Blick auf meinem Bauch sah ich, wie eine kleine Hand gegen meine Bauchdecke drückte. Die Schmerzen verschlugen mir die Sprache, so dass ich meine Hände neben mir in die Matratze grub. Als ich die Schmerzwelle überstanden hatte, schrie ich: „Rahla! Hilf mir! Rahla!“
Eine Sekunde später riss jemand die Tür auf, aber zu meiner Enttäuschung, stürzte Liam herein: „Was ist l…“, er beendete seine Frage nicht, denn mit einem Blick erkannte er, was vor sich ging. Anstatt aber zu reagieren, blieb er wie versteinert in der Tür stehen, weshalb ich ihn anbrüllte: „Wo ist Rahla?“, er blinzelte kurz, aber gab mir keine Antwort. So hatte ich ihn noch nicht erlebt. Ich schrie ihn erneut an: „Hol sie! Sofort!“
Endlich löste er sich aus seiner Starre und verließ umgehend das Zimmer. Ich beobachtete weiter meinen Bauch, unter dem sich das Kind sichtbar austobte. Immer wieder spannte sich die Haut an, wenn der Kleine seine Hände ausstreckte. Dann beobachtete ich etwas, dass alles in mir gefrieren ließ. Die kleinen Hände gruben sich von innen in meine Haut und zogen sie auseinander, so als würde er sie zerreißen wollen, aber er hatte dabei keinen Erfolg, mein Glück.
Als die nächste Wehe über mich hinweg rollte, fiel ich fast in Ohnmacht. Mit solchen Schmerzen hatte ich nicht gerechnet. Naiv, wie ich war, hatte ich mich darauf verlassen, dass es wie in meinem Traum von Sofia sein würde. Die Geburt von Rose war im Vergleich zu dem hier, ein Spaziergang gewesen, obwohl ich fast 19 Stunden in den Wehen gelegen hatte. Es fühlte sich an, als ob mich etwas von innen zeriss.
Endlich ließ der Schmerz nach und ich ließ mich mit tränennassem Gesicht zurück in die Kissen sinken. Ich beobachtete nervös die Tür, mit der Erwartung jeden Moment jemand zu sehen. Ich fragte mich, wo Rahla blieb.

Angst kam in mir auf. Ich konnte das hier niemals alleine durchstehen, was würde jetzt passieren? Gebannt beobachtete ich wieder meinen Bauch. Die Haut war stets in Bewegung, spannte sich immer wieder über die Hände des Kindes.
Mein Blick schoss nervös zur offenstehenden Tür, in der Hoffnung, dass Rahla kommen würde. Doch dann ließ mich ein explodierender Schmerz aufschreien. An meiner Hüfte lief etwas Warmes und Feuchtes entlang, weshalb ich wieder an mit herab schaute. Mit einem Keuchen versuchte ich zu verstehen, was ich dort sah. Ein großes Loch klaffte in meinem Bauch, aus dem zwei kleine Hände hervorragten. Sie sahen aus wie normale Säuglingshände, aber wenn man genau hinsah, erkannte man die scharfen Fingernägel, die soeben meine Haut durchstoßen hatten. Ich wimmerte aus Verzweiflung vor mich her, da ich mich so hilflos fühlte.

Eilig kam die Schamanin herein gestürzt. Mit weit aufgerissenen Augen ruhte ihr Blick auf meinem Bauch. Sie zog scharf die Luft ein und eilte anschließend zu mir. Hinter ihr erkannte ich Liam, der sich mit einer großen Tasche neben sie stellte. Dass keiner von beiden mit mir sprach, machte mich wütend. Ich hatte erwartet, dass wenigstens sie mich beruhigen würde. Aufgebracht fuhr ich sie an: „Was ist hier los? Das…“, ich deutete auf meinen Bauch, während ich das sagte „ist doch nicht normal.“
Rahlas mitleidiger Blick entmutigte mich, bevor ich weiter nachfragen konnte, sagte sie: „Ich hatte gehofft, dass es nicht dazu kommen würde.“
„Du hast gehofft…“, das verschlug mir die Sprache, entgeistert starrte ich sie an. Ihr Gesicht war jetzt weiß wie ein Lacken und ich erkannte, dass sie genauso entsetzt war wie ich.
Während wir aneinander anstarrten, rissen die Hände meine Haut weiter auseinander. Panisch griff ich nach Rahla und zog sie an mich heran. Durch meine zusammengebissenen Zähne beschwor ich sie „Hol das Ding aus mir raus.“
Sie schnappte vor Schreck nach Luft. Ihre Augen erfüllt vor Angst, schossen zu Liam. Jetzt wurde mir klar, dass er wusste, was hier vor sich ging, er wirkte nicht überrascht. Während ich ihn beobachtete, presste er seine Lippen aufeinander, sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. Anstatt zu helfen, ging er zum Fenster und setzte sich in den Sessel, in dem er schon so oft gesessen hatte.

Die hektischen Handgriffe von Rahla lenkten mich von Liam ab. Sie hatte inzwischen Räucherstäbchen angezündet und machte über mir, mit ihren Händen, kreisende Bewegungen. Als ich sie aus dem Schmerz heraus erneut anschreien wollte, sah ich wie die kleinen Hände plötzlich stillhielten. Was immer sie tat, es schien zu wirken. Als Nächstes stimmte sie einen Singsang an, ihre Stimme wurde mal tiefer und wieder höher, als ob sie nach der richtigen Stimmlage suchen würde, was mich beruhigte. Die Schmerzen ließen etwas nach, sodass sie auszuhalten waren. Mit offenem Bauch lag ich da, abwartend was passieren würde. Es wunderte mich, dass die Wunde nicht anfing zu verheilen. Neugierig beobachtete ich die Schamanin, wie sie eine Art Ritual durchführte. Sinn und Zweck entzogen sich jedoch meinem Wissen, aber entschied ich mich dazu, sie nicht dabei zu stören, denn das konnte nur zu meinem Nachteil sein.

Plötzlich tauchte Liam hinter ihr auf, den ich total vergessen hatte. Sein Gesichtsausdruck ließ mich ahnen, dass er des Wartens müde war: „Rahla, was wird das? Wir hatten eine Abmachung.“, er legte seine Hand grob an ihren Arm, um sie auf sich aufmerksam zu machen, doch reagierte sie nicht auf ihn. Ich wusste nicht, ob sie die Ruhe benötigte, die ich ihr gegeben hatte, aber wenn ich ihr in dieser Situation diese geben konnte, dann hatte er das gefälligst auch zu tun: „Psssch. Lass sie sich konzentrieren.“
Ungeduldig rüttelte er weiter an ihrem Arm, was sie letztendlich aus ihrer Konzentration riss. Er wiederholte seine Frage, als er sich ihrer Aufmerksamkeit sicher war. Verwirrt schaute sie neben sich, wo Liam über ihr aufragte. Dann stammelte sie „Ich versuche sie zu retten. Wir können beide am Leben halten.“
Ich zuckte zusammen, als er ihr eine Ohrfeige gab und giftig widersprach: „Das war nicht der Plan, Schamanin. Ich brauche nur ihren Körper. Ihr Geist ist zu widerspenstig.“
Ungläubig beäugte ich einen nach dem anderen und richtete meine nächste Frage an Liam: „Soll das heißen, dass klar war, dass ich hopsgehen würde?“

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Danke, das fasse ich als Kompliment auf :D

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  2. Sehr schön die Liebe.Ich habe genossen.

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  3. Uff!!!
    Arme Mag, ich hoffe sie überlebt das.
    T. R.

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    1. Wer weiß... *mysteriöse Miene aufsetz* ^.^

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